Samstag, 24. Mai 2008

Tauchen in der Dekompressionskammer, Ko Samui und Ko Phangan

Meine Druckkammer und ich!
Tauchen ist ja bekanntlich ein "fun sport" und waehrend eines PADI Kurses lernt jeder, dass die Risiken sich beim Tauchen zu verletzen geringer sind als beim Bowlen. So weit so gut mit Statistik und deren Interpretation. Fuer mich war es jedenfalls so, dass ich in der Rekompressionskammer gelandet bin. Einfach so, aufgrund einer Gasembolie. In den Tagen danach habe ich mich in die vorhandene Literatur eingearbeitet und nur soviel sei verraten: es kann jeden erwischen, sogar beim Fliegen! Warum es mich erwischt hat, ist noch nicht ganz klar. Entweder ist es ein spontaner Gastransport aus meinen Lungen ins Gewebe (sollte eigentlich nicht passieren, kann aber jedem passieren) oder es lag an der Dehydration.

Aufgrund der Gasblasen im Hirn (nein, mein Schaedel ist nicht leer!) wurde dann die normale Denkfaehigkeit von mir und auch mein Kommunizieren mit der Umgebung betraechtlich eingeschraenkt. Nach einem naechtlichen Tauchgang traten dann die Symptome wie Desorientiertheit, Apathie und Orientierungsverlust sowie Kopfdruck auf. Da ich selbst das Symptom nicht erkannt habe, sowie meine Tauchlehrer das Ganze auch nicht gesehen haben, bin ich am naechsten Tag nochmal tauchen gegangen, wo dann unter Wasser die Symptome sofort nachgelassen haben. Ein sicheres Zeichen fuer eine Gasembolie.

Irgendwann konnten meine Tauchpartner und Elise meinen Zustand nicht mehr ertragen und haben mich zur SSS Recompression Chamber Network geschickt. Eine weltweite Organisation, welche in Zusammenarbeit mit DAN sich um die Tauchsicherheit und um das Loesen von Tauchkrankheiten kuemmert.

So bin ich vom Abendessen direkt in eine mehrstuendige Untersuchung reingerutscht mit anschliessender Diagnose einer wahrscheinlichen Gasembolie. Danach wurde ich zur naechtlichen Betreuung in ein Hospital gekarrt, wobei der amtshabende Arzt (der Trottel) eine Magenverstimmung diagnostiziert hat und mich nicht dabehalten wollte. Er gab mir dann Magentabletten und das war es dann. So blieb eben der Mann vom SSS Network die ganze Nacht wach und hat mich ueberwacht. Bekam Sauerstoff um etwaigen Stickstoffblasen beim Abbau zu helfen.

Am naechsten Tag wurde ich dann mit Elise von Koh Tao nach Koh Samui verschifft um dann dort im Krankenhaus untersucht und dann sofort in die Druckkammer verfrachtet zu werden. Elise war total uebernaechtigt, war sie diejenige, welche alles packen musste nach der Untersuchung, die bis um 1.30 Uhr nachts ging, wobei ihr Brigitte sehr korrekt geholfen hat.

Die Druckkammer ist eine Roehre aus Aluminium, in welcher Tiefen mittels Druck hergestellt werden koennen. Der Patient kommt da hinein (mit Begleitung) und verweilt dort drin nach verschiedenen Tabellen. Diese heissen Navy table 1 bis 7 und beinhalten eine bestimmte Folge von Tiefen, Verweildauern und Sauerstoff und Reinluftgaben.

Meine Begleitung war, wie konnte es anders sein, Riccardo ein italienischer Huene und Hulk seines zeichens. Haben uns sofort gut verstanden, freute sich ueber mein angenehmes Italienisch und dann haben wir uns Videos reingezogen. Der Beamer steht ausserhalb und projeziert von aussen durchs Bullauge den Film nach innen. Im Inneren sind alle Moeglichkeiten einer moeglichen Feuersbrunst ausgeschlossen. Reiner Suaerstoff und Funken (oder gar Feuer) vertragen sich einfach nicht. Fuer alle die einen Filmtipp fuers Wochenende benoetigen : Men on Fire mit Denzel Washington. Top Film auch unter Druck!Nach der Behandlung ging es mir sofort besser, wobei erst nach Tagen Elise dann behaupten konnte: Du bist wieder der Alte! Aber Stopp! Sie behauptet jetzt auch, dass ich mehr lache und hoeflicher bin! Also: Alle Maenner, ab in die Druckkammer! Nach zwei wunderschoenen Tagen im Hotel Krankenhaus und in der Druckkammer wurde ich entlassen. Das Krankenhaus war recht nett! Keine Aerzte in Weiss, kein Todesgeruch in den Fluren, liebe Schwestern und Brueder, ueberall gab es kostenlos Warm- und Kaltgetraenke. Auch eine Art ein Krankenhaus zu fuehren! Und wenn nach 8 Uhr die Kueche geschlossen ist, dann bekommt man einen Ordner mit Werbeheftchen, wo man aus einer Vielzahl von Homedelivery waehlen kann. Wir entschieden uns dann fuer einmal Pizza mit 1 kg Eis. Das steht immer noch im Zimmereigenen Kuehlschrnk mit Tiefkuehlfach. Ach ja, und einen DVD Verleih hatten sie natuerlich auch! All inclusive, versteht sich. Wir entschieden uns dann fuer Indiana Jones, zwei haben wir an einem Abend geschafft.
Koh Pagan
Die Managerin von SSS Network in Koh Samui empfahl uns auf Anfragen einen sehr ruhigen Strand - HAAD YUAN. Hinkommen kann man dort nur mittels Taxiboot oder zu Fuss durch den Dschungel. Wir entschieden uns fuer das Taxiboot und kamen dann irgendwann nachmittags an. Elise hat dann eine Huette gefunden mit einem wunderschoenen Ausblick!Mit der Ruhe war es leider nicht so, weil die Taxibooten von Testosterongeschwaengerten Jungthais gesteuert werden, die dann die Automotoren, welche die Ruehrloffel antreiben auf Vollgas fahren, die Schallwellen in der Bucht treiben dann das koerpereigene Trommelfell zu Hoechstleistungen auf! Bis nachts um 11 Uhr.

Davon abgesehen war es sehr nett. Sehr gutes Essen, vor allem Bamboo Hut und das glasklare Wasser! Koh Phangan ist verschrien fuer seine Voll- und Halbmondparties! Dann kommen viele Menschen, die mit ihrer bluehenden Phantasie ueber das, was hier sein wird, an dem Geschehen teilhaben wollen. In Wirklichkeit ist es das Geschaeft des Monats fuer die gesamte Insel, Zivilbullen kommen aus Bangkok und ueberall liegt es in der Luft, lasst uns die dummen Falangs abzocken. Der Altersdurchschnitt liegt an diesen Tagen sicherlich weit unter den 25 und das Hauptziel ist sich abzuschiessen mit allem, was greifbar ist. Dazu gehoeren neben Alkoholika alle Drogen und der inseleigene Pilz, der seit einigen Jahren hier gedeiht. Nach diesen zwei Parties im Monat leert sich die Insel und zurueckbleiben nur noch die hoffnungslos Gestrandeten, diejenigen mit einer Psychose im inseleigenen Krankenhaus und die Familien, welche in den Ressorts Urlaub machen.

Mir wurde mitgeteilt, dass die Party keinen wirklichen Reiz hat ausser eine riesen Menge an Menschen, viele Scherben, boese Menschen, die sich an Betrunkenen vergehen und nichts wirklich, was einen vom Hocker hauen koennte. Hierfuer muesste man auf die kleinen illegalen Parties gehen. Die haben wir aber nicht gefunden...Wir konnten beobachten, dass auch nach den Tagen auf der Insel die Party weiterging, mit denwenigen die geblieben waren. Und das Verrueckte, finde ich, dass diejenigen dann in den Familienressorts sich die noetigen Stimulanzien kaufen konnten.

Irgendwie hatte die Insel nicht wirklich den Reiz wie Koh Tao. Zu teuer, die Einheimischen sind vollkommen unfreundlich und nur aufs Geld aus. Vielleicht lag es daran, dass wir nicht drauff waren wie die anderen hier. Auf jedenfall hiess es dann nach einigen Tagen: Die Karawane zieht weiter! Zurueck nach Ko Tao.
...und wir haben Ingo und Alex getroffen, die mit den anderen Jungs Volleyball gespielt haben!

Tauchen auf Ko Tao: oder wie Touris Kiemen wachsen.


Die kleine Insel Koh Tao und ihre Taucher

Thailand ist ein Taucherparadies. Aldigleich kann jeder Besucher Thailands sich an dem Unterwasserrausch laben. Sind doch die Preise hierfuer, verglichen mit dem Rest der Tauchwelt spottbillig und laden geradezu ein, kurz mal abzutauchen.
Die kleine 3 auf 7 km grosse (oder kleine) Insel hat weltweit den groessten oder zweitgroessten Ausstoss an Tauchern. Ueber 50 Tauchbasen buhlen um die Gunst der "noch-nicht-Taucher" und der "ich-kann–schon-tauchen-und-trage-deswegen-eine-modische-Taucheruhr-der-Marke-Suuntu" (nicht zu verwechseln mit einem Tauchcomputer).

Frei nach dem Motto: Nepper, Schlepper, Bauernfaenger werden die ersten Tauchwilligen schon in Bangkok abgeschleppt, gefolgt von Schleppern auf den Faehren und ganz zum Schluss noch am Landesteg von Koh Tao.
Das Ganze sagt noch nichts ueber die Qualitaet der einzelnen Tauchbasen aus, gibt aber einen ersten Eindruck, wie es um diese Insel bestellt ist. 500 000 Taucher sollen pro Jahr auf dieser Insel leben und tauchen! 21 Quadratkilometer, ueber 50 Tauchbasen und 500 000 Taucher umgerechnet auf 365 Tage!
Ich habe hier mal ein bisschen mit dem Taschenrechner gespielt:
  • 24 Taucher pro Quadratkilometer Insel
  • 1370 Taucher pro Tag auf der Insel bei 6000 Bewohnern
  • 10000 Taucher pro Jahr pro Tauchbase
Auch wenn ich die Zahlen nicht ganz ernst nehmen wuerde, zeigt es, dass auf einer doch stark mit Huegeln und Bergen (bis ueber 300 m u.d.M) bestueckten Insel das Ganze raeumlich geballt stattfindet. Ressourcenprobleme (Wasser, aber vor allem Elektrizitaet) stellen hier ein ernstzunehmendes Problem dar. Ich konnte mit eigenen Augen sehen, wie mit veralteten Dieselgeneratoren Strom fuer die ganze Insel hergestellt wird. Man mag zu dem ganzen global warming stehen wie man will, das hier aber erscheint mir eine echte Ressourcenverschwendung zu sein, ganz zu schweigen von den Emmissionen. Aber zurueck zum Tauchen.

Wie werde ich ein Taucher? Oder die perfid-perfekte Erfolgsstory von PADI et al.

Ich reise durch Thailand, bin jung und habe keinen wirklichen Plan von den Tagen, die noch vor mir sind und denke: Wie waers doch mal mit Tauchen? Steht ja auch im Lonely Planet drin, dass das da so guenstig sei, und ueberhaupt. Ist ja ne Insel. Also wackel ich erst einmal nach Bangkok, (denn alle Wege fuehren nach Bangkok und wieder weg) lass mich von einer Agentur abzocken (wollen ja nur die Provision, verkaufen alles). Wenn ich ein bisschen mehr Glueck habe, lasse ich mich von einer Zweigstelle einer Tauchbase beraten, wie ich am schnellsten einen Kurs belegen kann (schnell heisst mehr Taucher durchschleusen). Dort wird mir dann mit grossen bunten Photos und Zeitplaenen gezeigt, was mich erwartet. Bin ich als Greenhorn am Anfang noch ueber die Professionalitaet erstaunt, erkenne ich spaetestens auf der Faehre nach Ko Tao, dass alle anderen Tauchbasen, welche auf der Faehre durch Schlepper vertreten sind, das gleiche Reportoire draufhaben.

Die Idee, welche einem dargelegt wird, ist simpel und sehr durchdacht. In vier Tagen wird der Schwimmer zu einem Taucher gemacht. Kiemenatmung kostet Aufpreis und ist nicht im Basiskurs enthalten.

In vier Tagen zum Taucher (oder 3 oder 2 …)In vier Tagen erhaelt man umfassend eine Einfuehrung in das Tauchen. Zuerst im Pool, dann im Meer. Alle regulaeren Uebungen und Verhaltensweisen werden eingeuebt. Zwei Lehrer sind dabei, die Gruppengroesse betraegt zwischen 2 und 8 Schuelern. Aufgrund eines Flyers und des Office in Bangkok sind wir, Elise und ich, dann bei Buddha View gelandet. Dave aus Oxford in Bangkok informierte uns professionell ueber den Ablauf und alles, was er uns versprochen hatte, war dann auch so. Wir bekamen, weil wir in Bangkok reserviert hatten, gratis Zimmer fuer die Zeit der Kurse im Ressort Tropicana und wurden freundlich empfangen.

Wie sehr der Unterricht und der Ruf einer Tauchschule vom einzelnen Lehrer abhaengt, bekam ich dann mit, als krankheitsbedingt uns ein neuer Lehrer zugeschoben wurde. Fuer diesen waren wir ein notwendiges Uebel, eine Moeglichkeit noch ein bisschen was einzunehmen. Dieser Mensch hat als Taucher sicherlich tausende von Tauchgaengen, ist kurz davor den hoechsten Level von PADI zu erreichen und privat ein netter Kerl, aber es ist eben ein seltsamer Nachgeschmack, wenn man erkennt, dass der Gegenueber in einem eine Kreditkarte sieht und nicht einen Menschen, der Tauchen lernen will. Ich habe Ihm mehrmals gezeigt, dass ich nicht durch den Kreditkartenleser passe, aber irgendwie wollte er das nicht einsehen…

Mir ist aufgefallen, dass es zwei Sorten von Tauchlehrern gibt: die einen, die damit Geld machen wollen, und die anderen, welche das Ganze als Zwischenloesung mit Sommer, Sonne, Sonnenschein sehen (besser als zu Hause in Europa Sachbearbeiter zu sein). Idealisten findet man wenige (sie passen nicht wirklich in das Padi System hinein). Aber wir konnten auch Menschen kennen lernen, welche in diesem System die Freude und das Menschsein nicht verlernt haben. Diese sind dann massgeblich verantwortlich, wenn man den Eindruck hat, dass eine Tauchbase freundlich oder herzlich ist.Worauf noch zu achten ist! In Foren wurde viel geschrieben ueber die Ausruestung von einzelnen Tauchbasen. Auch Buddha View hat nicht eine ueberaus neue Ausruestungsliste vorzuweisen. Andere schreiben in Foren von "ausgelutscht" und defekt. Ueber die Asuruestung kann ich nichts sagen, ich bin noch nicht ein Tauchprofi. Was ich aber weiss, ist, dass das Mundstueck mir nicht gepasst hat, nicht desinfiziert wurde und die Atemschlaeuche zu kurz oder zu stoerrig waren (es bestand immer ein Zug nach hinten, das heisst ich musste immer gut auf die zweite Stufe beissen). Woran es lag, dass den Niederdruckschlauch zu meiner Weste sich waehrend des Nachtdives geloest hat (5 mal ueberprueft und sogar ueber und unter Wasser verwendet), weiss ich nicht, es ist auf jeden Fall ein unbefriedigendes Gefuehl, wenn die Tauchlehrer auf so etwas nicht wirklich eingehen. Eine andere Geschichte ist der Weg zu den Schiffen. Wir mussten ueber bis zu drei Schiffe krabbeln (mit Ausruestung) um ueberhaupt mal zu unserem Schiff zu gelangen. Das macht beim ersten mal Spass, aber irgendwann wird es "schickrig", auch wenn bis jetzt noch nichts passiert ist. Aber jeder, der sich mit Schiffen auskennt, weiss, was es bedeutet, zwischen zwei Schiffe, welche eng beieinader sind, zu fallen.


Leider die Aura einer Tauchfabrik
Nach unserem gemeinsam absolvierten PADI Open Water verabschiedete sich unser Notlehrer so schnell, wie er gekommen war. Aber seine Augen leuchteten noch einmal kurz auf, als er mitbekam, dass einige von uns weiter machen wollen. Sie leuchteten um so mehr, je mehr Kurse man vorgab zu absolvieren. Je mehr Kurse, desto mehr Geld. Interne PADI Studien zeigen auf: Je mehr Kurse besucht, desto mehr Crossselling! Ein Freund von uns aus Chile, der eine Lehrerausbildung besucht, die wiederrum sehr gut sein soll, beschreibt es folgendermassen:
Sie suchen so lange freundlichen Kontakt, bis sie merken, dass du diesen oder jenen zusaetzlichen Kurs wirklich nicht willst. Dann lassen sie von dir ab und vorbei ist es mit der Taucherfreundlichkeit.

Das ist eigentlich das Hauptproblem des ganzen. PADI und der 5 Star Ressort Buddha View haben sich eine Aura einer Tauchfabrik erschaffen. Waehrend unserer Zeit hier auf Koh Tao haben wir andere Buddha View Absolventen kennengelernt und kamen natuerlich auch ins Gesprach. Erstaunlicherwies fingen nach und nach ALLE damit an, dass diese Tauchfabrikmentalitaet, das Pseudocoole und das Vernachlaessigen von Standards, der ansonsten sympatischen Tauchbase das "Genick brechen koennte". Es wurde in Worte gefasst wie die Charme und die Herzlichkeit gehen verloren etc. Der Eindruck, der aufgrund unserer Gespraeche entstand, ist, dass einerseits die Qualitaet in Buddha View schwankt (einfach mal googlen) und andererseits der Esprit mancher Lehrer der Tauchbase nicht zutraeglich ist. Ich denke, dass hier ein Dilemma erschaffen wurde, in welche sich jede PADI Tauchbase hineinmanoeverieren kann. Buddha View dreht jeden Monat ca. 300 Touristen durch den PADI Brevetierungsfleischwolf. Schnell kann es passieren, dass das Ganze unpersoenlich wird. BAN’s brevetiert das dreifache im Monat und dennoch hoere ich von anderen Tauchern, Lehrern und von Internetforen ausschliesslich Positives.
Tauchen als knallhartes Business begreifen und als fun sport verkaufen!

Halte ich mich an die Regeln von PADI und an die perfekten Strategien um den Umsatz zu steigern (PADI ist amerikanisch und alle Kursteilnehmer sind "great"), dann beginne ich als verantwortlicher Manager einen Spagat zu vollfuehren zwischen maximalem Gewinn, Qualitaet, Sicherheit und Kundenzufriedenheit. Kurse werden dann eben runtergespult, Teile ausgelassen oder schnell uebergangen und Uebungen kurz angerissen. Vermittelt man so das Tauchen, dann steht Zeit ist Geld im Vordergrund. So kann tauchen nicht gelehrt werden.

PADI Tauchkurse und Gesundheit

6 Leute waren wir in unserem Kurs. 5 davon hatten tauchbedingte Krankheiten nach den ersten Tauchgaengen! Ich komme nicht mit den Prozentzahlen ich schreibe einfach mal, was da so alles aufkam: Blut in den Ohren, Nasenbluten, Gasembolie, Nebenhoehlenprobleme, Hautausschlag etc. Ich durfte sogar in die Druckkammer! PADI will keine tauchaerztliche Untersuchung, jeder ist sein eigener Arzt! Man wird sogar indirekt angehalten kein YES anzugeben, weil man dann nicht tauchen koenne. Eine war seekrank, hat sich im Wasser alles vollgekotzt und was sagt der Tauchlehrer? Alles OK, koennen wir jetzt abtauchen? Ich bin noch kein Tauchprofi, aber ist das die korrekte Form mit solchen Situationen umzugehen? Die Sauerstoffflasche an Bord des Schiffes habe ich nicht gesehen, obwohl ich die Augen offen hatte, vielleicht war es die eine verratzte gruene Flasche, aber das war es dann auch schon gewesen.

Ein anderer Punkt ist die Diskrepanz zwischen den Lehrern als Vorbildfunktion und dem, was die Schueler zu tun haetten. Am abend vorher wird getrunken, manche sahen auch betrunkene Tauchlehrer (habe ich nicht gesehen), Zigarette vor und nach dem Dive. Es sind nicht alle, aber es ist eben so ein Flair von alles easy und wir sind die Coolen. Waehrend die Lehrer selbst die Dehydration mit bis zu 6 Liter Mineralwasser taeglich ausgleichen, wurde uns nur gesagt, trinkt mal ein bisschen. Auf naehere Anfragen wurde dann erwidert: Das muesstet Du doch wissen, hat das dir dein Arzt zu Hause nicht gesagt? Natuerlich weiss ich, dass man in warmen Laendern der Dehydration durch Trinken vorbeugen soll. Aber als Anfaenger wuerde ich gerne in die Tiefen der Tauchkunst eingewiesen werden und das von meinem Tauchlehrer und nicht von meinem Hausarzt!Sicherlich hat PADI dazu beigetragen, dass aus Tauchen ein Breitensport wurde, hat simple und griffige Lehrkonzepte entwickelt, hat Strategien entwickelt, dass Menschen sehr gut vom Tauchen leben koennen. Dennoch erscheint mir, dass ein generelles Problem besteht zwischen Nutzenmaximierung und Qualitaet in der Lehre.

Wie finde ich meine perfekte Tauchbase?

Hier kann nur der Rat gegeben werden: Internet Recherche und vor Ort sich erkundigen. Kleine Tauchbasen haben den Vorteil das sie klein sind. Klein sein bedeutet in der Regel mehr Qualitaet (guter Lehrer vorrausgesetzt), da diese kleine Gruppen haben und weniger Kurse veranstalten. Ansonsten koennten diese nicht ueberleben. Ansonsten geben sich die Tauchbasen nicht viel! Die Kurse schwanken zwischen 7000 und 10000 Bhat (140 und 200 Euro) und inkludieren noch nicht die Unterrichtsmaterialien (ausser bei Calypso)!

Haeufig werden noch kostenlos oder verguenstigt Unterkuenfte angeboten. Hier lohnt es sich zu vergleichen! Dennoch, der Preis und die Unterkunft machen es nicht allein. Wenn moeglich sollten die Unterrichtsraeume, die Ausruestung und die Menschen vor Ort angeschaut werden. Wie wirken Sie auf mich? Erscheinen Sie mir kompetent? Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Manche Tauchbasen verleihen sogar Tauchcomputer!
Die Homepage allein sagt nichts aus! Heutzutage kann jeder so etwas erstellen und pflegen. Worte sind schnell geschrieben, Bilder sind schnell hochgeladen! Werde ich als Mensch betrachtet, oder bin ich in diesem oder jenem Ressort auf ein Stueck Plastik (Kreditkarte) reduziert?

Mein persoenlicher Tauchbasen Testbericht der Insel Koh Tao

Folgende Tauchbasen haben auf mich einen guten Eindruck gemacht:
  • BANS Dive Ressort, habe einen deutschen Tauchlehrer getroffen, LMU Muenchen, BWL, Aus- und Einsteiger, sehr korrekter Mensch und Taucher, einfach nach ALEX(ander) fragen. Wer taucht, schlaeft kostenlos, zwei riesen Pools, direkt am Hauptstrand, Zimmer sind neu, diese Tauchbasis hat die hoechste Padi Stufe erreicht, was das fuer den Anfaenger zu bedeuten hat, weiss ich nicht, ist aber fuer diejenigen interessant, welche Lehrer werden wollen. Alle die Tauchlehrer bei BANS machen, duerfen fuer immer KOSTENLOS lebenslang tauchen!
  • Waehrend unseres Aufenthalten auf Koh Tao haben wir u.a. im Ressort von der Tauchbase Reef Rider gewohnt. Auch wenn die schweizer Tauchbasis auf den ersten Blick ein bischen unstylisch aussieht, erscheint sie auf den zweiten und weitere Blicke mehr als reizend. Neue Ausruestung, gute Lehrer, kleine Gruppen, reden wenig, aber grundsolide eben, und das ist was beim tauchen zaehlt! Desweiteren machen sie mehrtaetige Ausfluege zum Nationalpark, wo wir leider nicht mehr mitkonnten. Wirklich empfehlenswert, auch fuer Nichttaucher! Taucher, die bei Buddha View und bei Reef Rider getaucht sind, sagen dass es ein echter Unterschied ist! Aussage von Brigitte aus Muenchen (erfahrene Taucherin), welche mit uns eine sehr lustige Zeit verbracht hat. Und es scheinen auch die einen oder anderen waehrend der Ausbildung rueberzuwechseln. Das essen ist auch gut, es kochen die Frauen, der involvierten Thaifamilien. Um 9 Uhr ist dann Schluss in der Kueche und die Frauen gehen in Bett. Grundsolider Betrieb. Die Sachen auf der Homepage stimmen mit dem was ich gesehen habe ueberein .

  • Eine andere Tauchbase, von der viel Gutes gesagt wird und die sich auch um die Umwelt etc. kuemmert, ist . New Heaven putzen unter und ueber Wasser die Straende und machen so etwas wie ein nachhaltiges Tauchen. Persoenlich konnte ich dies nicht verifizieren. Aber unter denjenigen, welche sich diverse Clubs angeschaut hatten, soll das New Heaven positiv aufgefallen sein.

  • An unserem letzten Tag haben wir mit unserem Squad auf Tanote Bay eine Taucbase gefunden, die meines Erachtens eine wirkliche Alternative zu den anderen 50 Tauchbasen auf Koh Tao darstellt. Calypso ist eine solide CMAS und PADI Tauchbase, welche sich nicht auf Kommerz und Masse, sondern auf grundsolide Qualitaet spezialisiert hat. Jeden Taucher, der Bronze, Silber oder Gold in Deutschland absolviert hat, erwarten hier die gleichen Bedingungen. Und alle Neulinge im Tauchen koennen die gleichen Bedingungen in puncto Qualitaet und Sicherheit erwarten. Es werden nicht Kurse verkauft, sondern es wird Tauchen vermittelt. Die Tauchschule hat direkt vor der Haustuere ein Riff, und dahinter ein eigenes Tauchboot. Ich denke, dass diese Tauchbase eine richtige Alternative darstellt zu dem Rest von Koh Tao. Bewertungen im Netz sprechen desweiteren fuer Calypso. Alleine auf www.taucher.net sprechen ueber 140 Bewertungen positiv ueber diese Tauchbase. Und auch der renomierte und kritische Loose hat diese kleine Tauchbase in seinen deutschen Reisefuehrer mitaufgenommen. Die Homepage ist sehr gelungen und zeigt, was die Jungs drauf haben und die Schoenheit dieser sekludierten Bucht
Anzumerken ist, dass es sicherlich noch mehr kompetente Tauchbasen auf dieser Insel anzutreffen sind. Hier kann jeder im Netz korrekt absurfen und sich selber seine Meinung bilden. www.taucher.net/ erweist sich hier als eine gute Quelle. Einfach mal ordentlich googlen ist immer eine gute Sache!

Tempel-Impressionen





Thai Yoga Massage im Lahu Hill Tribe Village

Auf wir im Maerz angefangen haben uns Gedanken zu machen, womit wir unsere Zeit in Thailand verbringen werden, bekamen wir den Tipp von einigen unserer Mitstudenten in der Yoga-Uni einen Thai-Massage-Kurs zu belegen. Eine der besten Schulen im Norden Thailands sei das Old Medecine Hospital (es gibt den “Nordstil”, der in und um Chiangmai gelehrt wird, und den “Suedstil” in Bangkok), wo wir uns gleich angemeldet haben. Doch haben wir einige Wochen spaeter in Ammas Ashram einen Renounciate getroffen, der noch einen besseren Tipp fuer uns hatte: das Sunshine Network, die nach Asokananda unterrichten. Wir glauben, die beste Schule in ganz Thailand!Und tatsaechlich kommt zum Treffpunkt in Chiangmai ein Maedchen aus den USA, die mit uns auch den Yoga Instructor Course in Prashanti (India) gemeistert hat, angewackelt. Die Welt von Reisenden ist sehr klein! Die Wiedersehensfreude um so groesser.

In nur 12 Tagen haben wir einen Anfaenger-Kurs belegt und sind nun in der Lage eine 2,5 stuendige Ganzkoerper Thai Yoga Massage zu geben. Was jetzt noch fehlt, sind viele viele Massagen zum ueben. Aber es finden sich ueberall bereitwillige Opfer! Wer sagt schon nein zu sowas?

Das Schoene am Kurs war, dass er nicht irgendwie in der Stadt in einem Gebaeude statt fand, sondern in einem Dorf mitten im Dschungel in den Bergen etwa 80 km noerdlich von Chiangmai. Auf den einen Pickup wurde das saemtliche Gepaeck geladen und auf den anderen … wir! Sehr abenteurlich, vor allem, als es dann unterwegs angefangen hat zu schuetten. An einen moeglichen Unfall darf man in solchen Momenten gar nicht denken.

Das Dorf ist ein Hill Tribe Village und gehoert zum Stamm der Lahu. Wie andere Staemme in dieser Gegend wurden die vorher nomadisch lebende Bevoelkerung nach der Grenzziehung zur Sesshaftwerdung gezwungen. Immense Probleme mit Opiumkonsum traten auf. Die alten Leute rauchten vornehmlich, um den Jungen nicht zur Last zu fallen (weniger Appetit etc.). Die Situation verschlimmerte sich mit der Sesshaftwerdung und war dem Staat natuerlich ein Dorn im Augen. Nach einigen durchgreifenden Aktionen war Opium aus den Doerfern verbannt worden (ganz im Thai Stil: eines nachts kamen Soldaten und haben alle, die mit Opium verbunden waren, erschossen - Problem geloest!).Rauchen tun die meisten aber immer noch gerne.

Die Lahus wirken sehr tuechtig, packen ihren Alltag an und wenn es etwas Groesseres zu tun gibt, dann hilft das ganze Dorf gemeinsam, wie z.B. bei der Renovierung der Massage-Plattform (wir haben ein Video darueber gesehen).

Die Lahus sind von allen Bergstaemmen die am meisten modernisierten. Unter den Huetten sieht man Motorraeder, zwischen den Huetten Satellitenschuesseln und das groteskste Bild waehrend der Tage: eine Bambushuette und drinnen ein Fernseher mit DVD-Player. Es geht alles! Trotzdem gelten die Lahus als sehr traditionell. Sie tragen abgefahrene Klamotten, die der Dorfchef den Kursteilnehmern bei jeder Mahlzeit zum Verkauf angeboten hat. Zu “Entwicklungshilfepreisen”. Klamotten (uebergrosse Wickelhosen im Goa-Look, Jacken, Wadenschuetzer -> das wird der letzte Schrei, wenn eine von den Maedels, die das gekauft haben, anfangen damit draussen rumzulaufen – nur eine Frage der Zeit, bis das jemand kopieren wird!, Messer (“Papaya Banana”), Schmuck. Er ist gleichzeitig der Dorfschamane, leitet die Festivitaeten auf dem Dorfplatz. Die Lahus tanzen da auch gerne. Die Lahoos koennen als ein Beweis dafuer genommen werden, dass es sehr wohl moeglich ist, stur an der eigenen Tradition und Sprache festzuhalten, gleichzeitig aber mit dem "Draussen" in Kontakt zu treten und zu bleiben. Die bestuerzten "Gutmenschen" in der Forschung sind dann immer so bestuerzt, wenn das "boese" moderne das "gute" alte Traditionelle ueberformt, ohne zu begreifen, dass wir selbst durch denselben Prozess gelaufen sind und laufen werden (einfach einen Massstab von mehreren hundert oder tausend Jahren nehmen).

Der Kurs an sich: wir hatten 6 Stunden am Tag Unterricht. Es ging los mit gemeinsamem Chanten. Theoretische Aspekte wurden nur recht knapp behandelt, das war gut so. Erster Teil des Unterrichts war das Vorfuehren der neuen Techniken an einem “Patienten”, dann waren wir dran – es wurde gleichzeitig nocheinmal vorgefuehrt und wir uebten an unserem eigenen Partner, dann eine Runde alleine und schliesslich wurde der Partner zum Masseur und man selbst zum Patienten, der genauso ueben duerfte. Jeden Tag musste man sich einen neuen Partner suchen, so dass man bis zum Ende des Kurses schon 15 verschiedene Menschen in der Hand hatte. Wir waren insgesamt 16 Leute im Kurs, 8 Teams also. So kommt es, dass wir in den ganzen Tagen genauso viel selbst massiert wurden, wie wir massiert haben. Wir hatten einen tollen Lehrer und drei Assisten. Es hat einem also immer jemand auf die Finger geschaut. Am vorletzten Tag hatten wir dann die Pruefung – unsere erste komplette Ganzkoerpermassage mit anschliessender detaillierter Besprechung und konstruktiver Kritik.

Das Essen war hervorragend. Sticky Rice is the best! Gluecklicherweise alles vegetarisch. Hier herrscht eben eine gewisse Grundeinstellung vor…Kaffee gab es auch, selbst hergestellt, vom Anbau bis zum Bruehen. Wir haben uns beim Beschnuppern der Bohnen und der Kaffeesupp belassen.

Und das ist ein Blick in die Kueche:Die Thai Yoga Massage nach Asokananda, so wie wir sie gelernt haben und wie eigentlich jede Thai Massage gedacht ist, wird als Meditation durchgefuehrt und nicht als blosse Druck- und Stretchuebungen. Urspruenglich kommt die Thai Massage gar nicht aus Thailand, was der Name vermuten lassen koennte, sondern aus Indien! Sie hat sich ausgebreitet und hat am staerksten in Thailand Wurzeln gefasst, waehrend sie aus Indien verschwunden ist.

Am sechsten Tag gab es einen halben Tag frei – Ausflug! In den Dschungel zu den Wasserfaellen. Mal wieder ein Abenteuer auf dem glibbrigen 30cm schmal Pfad am Abhang entlangzulaufen und alle paar Meter den Hintern in den Schlamm zu setzen, weil die Schuhe nicht genuegend Gripp haben. Um ganz ehrlich zu sein: unsere Lahu-Begleiter aus dem Dorf waren mit Flip-Flops unterwegs und mit Kochgeschirr und Essen auf dem Ruecken und haben uns noch die Haende gereicht, um die unueberwindbaren Stellen dann doch zu ueberwinden. Bei den Wasserfaellen angekommen, sind die Mutigen zuerst gesprungen und irgendwann dann auch wir beide. Nach dem ersten gemeinsamen Sprung folgten weitere einzelne und gemeinsame, weil es einfach riesig Spass macht in Wasserfaelle zu springen. Warum machen wir das daheim nicht? Bei uns gibt es doch auch genuegend Wasserfaelle!

(hier kommt noch das Sprungphoto hin)

Wenn wir heimkommen, packen wir alle in einen Pickup und springen in die Wasserfaelle, ok?! Nach dem Plantschen gab es noch was zu nagen aus vor Ort fabrizierten Bambusbehaeltnissen und Bambusstaebchen.Aber auch der Weg zur Massageplattform, zur Toilette oder zum Essen war abenteurlich, wenn es geregnet hat – und das hat es an ungefaehr der Haelfte der Tage. Da es keine befestigten Wege gibt, rutscht man auf dem Schlamm den Hang entlang oder runter. Eine schmutzige, aber witzige Angelegenheit. Da konnten wir das verpasste Leben auf dem Bauernhof nachholen in all seinen Zuegen. Das Dorf besteht aus einigen Dutzend Bambushuetten, die auf Holzpfahlen stehen. In denen waren wir auch untergebracht. Einige wenige Huetten waren aus Holz und hatten Ziegel auf dem Dach – das waren aber auch die Kakerlaken gefluteten Haeuser. Ueberall laufen die Tiere frei rum: Schweine, Huehner und Hunde und Katzen sowieso, in allen Alters- und Farbstufen. Zum ersten Mal Schweinebabies, nur wenige Tage alt, gepackt und gestreichelt, bis sie losgequieckt haben und Mamasau mit ihren 200 kg auf uns losgestuermt ist. Mamasau hat auch mit Vorliebe unter unser Haus geschissen, einfach bestialisch trotz des tollen Essens, das sie gekriegt hat (unsere Abfaelle und Speisereste und noch Bananenherzen) – noch bestialischer war, dass der Haufen da nicht lange liegen blieb, weil sie sich daran machte die wohl noch verwertbaren Teile aufzuessen, die Huehner haben sich um den Rest gekuemmert. Die Tiere haben uns so einiges miterleben lassen aus ihrem Leben im Lahu-Dorf.Am Ende der 12 Tage waren wir – und damit koennen alle anderen Kursteilnehmer, die wir gefragt haben, auch eingeschlossen werden – durch und durch zufrieden. So zufrieden waren wir schon lange nicht mehr. Es hat wohl in allen von uns viel bewegt...Das allereinzigste war die Schweinescheisse, wo wir irgendwann angeeckt haben. ALLES andere war einfach wunderbar! Sehr weiterzuempfehlen.

Flugdatenaenderung

fuer alle potentiellen Quereinsteiger:
wir haben erneut die Flugdaten veraendert, siehe ganz unten (betrifft nicht Suedamerika)!

Unterwegs mit CAS - der Mann, der mit den Kamelen spricht

Cas ist ein toller Typ!Er ist Australier, war (oder ist?) Kamelhaendler und ist jetzt Rentner, aber alles andere als inaktiv. Seit vergangenem Jahr lebt er mit seiner thailaendischen Freundin in Thailand. Wir haben ihn in Indien kennengelernt, genau gesagt in Pushkar (Rajasthan) in Norats Guesthouse. Ein Guesthouse, das Menschen zusammenbringt. So haben wir immer noch regen Kontakt mit unserem Oesterreicher Hubert, der ein Stueck mit uns durch Rajasthan gereist ist – aber die Wege trennten sich, als wir das erste Mal abgekraenkelt haben und in Bundi stecken geblieben sind. Jedenfalls war klar, dass wir die beiden wiedersehen wollten. Hubert ist inzwischen wieder daheim, aber Cas war vor Ort in Thailand. So gross ist Thailand ja nicht. Und seitdem wir in Indien waren, haben wir ein anderes Mass fuer Distanzen und Reisedauer erhalten. Es war eine Nachtfahrt von Pattaya bis nach Sisaket, von wo uns Cas abgeholt hat, um uns in sein Dorf zu bringen. Dort lebt er mit seiner Lebensgefaehrtin, deren Mutter, und zwei kleinen Kindern, ein Baby und die vierjaehrige Creme, um die sie sich kuemmern. Eine laengere Geschichte, die einem Einblicke in die thailaendischen Familienstrukturen erlaubt.Wirklich auf dem Land irgendwo im Nordosten, traditionelle Thaiwohnungen,das Einzigste, was an draussen erinnert ist der Flachbildschirm.Kokosnuesse oeffnen! Du denkst das ist ein Kinderspiel? Denkste! Sieht einfacher aus als es ist! Die oeffnen so eine Nuss mit drei Schlaegen. Ich war irgendwann bei 17 oder so. Und dann war die Nuss auch noch leer!Abends im Restaurant auf dem Land, irgendwo, wo die Eiswuerfel in zwei Minuten schmelzen.Da wir uns nicht rechtzeitig angekuendigt hatten, hatte Cas schon eine kleine Thailand Family and Friends Tour geplant, zu der wir einfach mitgenommen wurden. Also ging es am naechsten Tag wieder zurueck in Richtung Bangkok, mit dem Pickup, wir durften hinten drinnen sitzen und die, deren Plaetze wir weggenommen haben sassen hinten auf der Ladeflaeche J Eigentlich nicht erlaubt, aber unter einer Plane versteckt – auch des Fahrtwindes und der gelegentlichen Regenguesse wegen – hat uns keine Polizei angehalten. Es hat sich angefuehlt wie ein Familienausflug mit den Kindern hinten drin bei uns und den “Alten” vorne. Und die vielen Picknicks zwischendurch nicht zu vergessen - auch im Parkhaus, der Thai isst immer und ueberall, ohne Ausnahme:Bei Bangkok haben wir bei der Schwester der Lebensgefaehrtin uebernachtet. Sie lebt in einer Gated Community im Einzugsgebiet von Bangkok. Das heisst nicht, dass da das Geld auf der Strasse liegt, im Gegenteil: das Paerchen arbeitet so viel, dass sie sich nur einmal in der Woche an einem Tag ueberhaupt sehen koennen! Das Baby lebt mit Cas und seiner Freundin 500 km entfernt. Das andere Kind, das mit den beiden lebt, ist die Tochter des Mannes der Schwester der Freundin von Cas und dessen (also des Mannes der Schwester der Freundin von Cas) verstorbenener erster Frau – mitgekommen? Kein Einzelfall. Viele Kinder leben bei den Grosseltern teilweise in grosser Entfernung, waehrend die eigentlichen Eltern arbeiten, so viel arbeiten, dass eine Versorgung der Kinder gar nicht moeglich ist.

Die Karawane zog mit noch mehr Leuten auf der Pickup-Ladeflaeche am folgenden Tag in Richtung Sueden an den Strand von Hua Hin, wo wir bis zum naechsten Morgen geblieben sind. Auf dem Rueckweg ein Abstecher nach Bangkok zur Visabehoerde (Cas’ Freundin hat ein Visum fuer Australien bekommen – obwohl sie gar keine Lust hatte wirklich mitzugehen, schon sehr nationalstolz die Thais). Am Ende ein herzlicher Abschied und der Wunsch sich wiederzusehen.

Und so ging es weiter nach Chiangmai weiter: Slums an Bangkoker Bahngleisen draussen...

...und wir beide drinnen...
und die Karawane zieht weiter!

und fuer alle die, die bis jetzt durchgehalten haben, einen exquisiten Musiktipp aus der deutschen Kuenstlerszene STATIC ELASTIC