Montag, 14. April 2008

Good bye, India!



Das Visum laeuft in wenigen Tagen ab, die letzte Uebernachtzugfahrt mit der indischen Eisenbahn ist reserviert und der zweite Flug in eine neue Welt liegt bevor.


So wie wir am ersten Tag in Indien nicht sicher waren, ob das hier toll ist oder schei**, so wissen wir jetzt auch nicht, ob wir froh sein sollen oder traurig das Land bald verlassen zu muessen oder eben zu duerfen.

Diejenigen, die uns vorher gesagt haben, dass man Indien lieben oder hassen wird, hatten Unrecht! Fuer uns ist es die ganze Zeit eine Hassliebe oder ein Liebeshass gewesen und geblieben. Es hat nicht nur phasenweise gewechselt, sondern taeglich, stuendlich und von Moment zu Moment. Wie Wellen im Meer. Einmal im Januar haben wir ernsthaft ueberlegt unseren Wegflug eventuell vorzuverlegen.
Wir brauchen nicht mehr nach Indien gehen - kein Bock (zu krank, zu dreckig und kurzum zu anstrengend).
Gleichzeitig haben wir aber das seltsame Gefuehl, dass es doch nicht das letzte Mal war, dass wir dieses Land betreten haben - Mist.


6 Monate Indien neigen sich dem Ende zu. Lonely Planet und andere Pfade wurden schon lange verlassen, um eigene zu gehen. Ein staendiges Maeandrieren auf den verschiedenen Touristentracks gab uns zum Anlass dies schleunigst zu aendern. Und was geschah? Wir erkannten, dass man als Neuling (alles unter 5 Jahre Indienerfahrung) dort jeden Augenblick einen Goldenen Schuss erhaelt. Zu viel Input, keinen Freiraum um diese zu verarbeiten.

Wir verstanden den Sinn und die Bedeutung von TOURI Lokalen. Und wir begannen diese zu lieben, denn sie waren und sind ein Hort des Friedens, der Ruhe und der Klimaanlagen, wenn auch nur auf Zeit. Gestundeter Frieden, koennte man sagen.

Aber war Indien ein "Battlefield"?

Vielleicht, wenn man vom Schmutz ausgeht. Was wir gelernt haben, dass "Extrem"-Erkundung nicht immer sinnvoll ist. Sondern, dass alles wachsen sollte. So ist es aus heutigem Blickwinkel zu abgefahren, dass wir uns am zweiten Tag in Indien fuer einen BOLLYWOOD FILM engagieren liesen ...

Abgestumpft und sensitiv. Das sind wir geworden auf dieser Indienreise! Inder, die am Strassenrand neben dem Gemuesemarkt abka****. Heute kein Problem mehr. Einfach mitmachen. Am Boden sitzen und mit den Haenden essen, waehrend eine Frau mit einem Wischmob aus der Steinzeit die dreckigen Fliesen versucht zu wischen? No problem!


Was damals, in der ersten Nacht als Moloch und Slum erschien, ist heute eine Nebenstrasse eines Einkaufsviertels. Und dass junge Menschen auf der Strasse schlafen, ist doch voellig normal.

Zumindest in bestimmten Teilen in Indien.

Denn andererseits gibt es hier Menschen, die reicher sind und besser leben als die Mehrheit der Deutschen. Man sollte sich ins Gedaechtnis rufen, dass es in Indien mehr Millionaere gibt als Deutsche auf diesem Planeten. Wer hier wem spenden sollte, ist eindeutig und klar ersichtlich!

Unser Blog ist stark gepraegt durch unsere Ausbildung an der Uni. Wir wissen das und stehen dazu. Unser Indienblog verzichtet auf die uebliche Indiengefuehlsduselei, ueber das Tatschmahal und die Farbenpracht. Dies ist selbstverstaendlich, denn Indien ist im Gegensatz zu Deutschland nicht aus grauem Beton erschaffen ...

Was uns am Herzen liegt: Elemente der indischen Kultur freizulegen. Dies ist schwierig und deshalb soll sich jeder der Leser einen eigenen Eindruck verschaffen. Was uns deutlich wurde, ist, dass das, was Inder als indische Kultur bezeichnen, gleichzeitig die Entwicklungshemmung schlechthin ist.

Frei nach der Ferrero Roche Werbung (die weissen) sagen die Inder:



ALLES SOLL SO BLEIBEN, WIE ES IST!


Veraenderung, die versuchte Gleichbehandlung oder andere Schlagworte des Westens existieren im kollektiven Bewusstsein der Inder nicht.

Die Zeit, die Arbeitsmoral, das Frauen- und Maennerbild, sowie gaengige gesellschaftliche Elemente werden vollstaendig anders perzipiert und gelebt.

So what?

Deswegen nach Indien zu gehen, was doch alles in Buechern geschrieben steht? Probieren geht ueber studieren!

Indien war fuer mich reisenswert, weil hier einerseits die Zeit anders gelebt werden kann und teilweise muss, sowie die Vielseitigkeit des menschlichen Lebens und weil es trotz all dem vorstehenden etwas aufweist, was wir im Westen so nicht besitzen:
die tagtaeglich gelebte, teilweise auch als "instant soup" bezeichnete Spiritualitaet. Indien weist, setzt man die Hindus mit Indern gleich (fatal und gefaehrlich!), so findet man eine Kultur, welche auf eine Jahrtausend alte schriftlich und muendlich tradierte Kultur zurueckgreifen kann, in welcher es sich um eine Sache dreht: DAS GUTE LEBEN.

Haben wir eigentilch schon die Story von unserer Ankunft in Mumbai am 2. November 2007 erzaehlt?
Nachts um 4 Uhr anderthalb Stunden lang durch die gruseligen Strassen von Mumbai, vorbei an Slums, ueberall liegen Menschen auf dem Gehsteig und ja, sie schlafen nur, ist ja warm draussen. Mit einem Taxi, das an einen ausrangierten Trabanten aus dem Ostdeutschland der siebziger Jahre erinnert, der Kofferraum war so klein (unter anderem wegen der Gasflasche fuer den Antrieb, die wir im Ruecken hatten und staendig rochen), dass er mit dem ersten Rucksack schon voll war, der zweite wurde draufgepackt und mit Schnueren am Auto befestigt. Der Fahrer sah aus wie aus einem Horrorfilm, das Gesicht mit weissen und braunen Flecken uebersaet, und verstand natuerlich kein Wort englisch. Und wo das Hotel ist, wusste er natuerlich auch nicht, aber das geben die ja vorher nie zu, Mumbai ist ohnehin so riesig. Das Hotel hatten wir von daheim reserviert, das war uebrigens der Kaufgrund fuer den Lonely Planet South India. Als wir im Touriviertel ankamen, das bei Nacht immer noch nicht besser aussah als die saemtlichen anderen Strassen, hat er angefangen rumzufragen, bis er schliesslich in einer kleinen dunklen Seitenstrasse anhielt und meint, dass wir da waeren. Ich hab so Angst gekriegt: die auf den Gehsteigen schlafenden Jungs wurden auf uns aufmerksam, umzingelten das Auto und versicherten, dass das Hotel da drueben waere. Da war aber kein Schild. Da war nur ein rabeenschwarzer Gang, am Ende eine Treppe nach oben, wieder schwarz. Das ist es nicht, haben wir gesagt, das kann es nicht sein! Taxifahrer und Strassenjungs waren sich aber einig. Nach 10 Minuten Nervenkitzel hat sich Hans-Joerg schliesslich in den dunklen Gang gewagt, ich bin ich Taxi geblieben (das schien besser als die Drecksstrasse)... und wir waren tatsaechlich da! Die haben sich einen abgelacht ueber uns und harmlos waren sie sowieso. Und dieselbe Drecksstrasse sah bei Tag schon ganz anders aus, eine belebte Seitengeschaeftsstrasse.
Ja, das war das erste und letzte Mal in Indien, dass ich mich wirklich unsicher gefuehlt habe - und das noch zu Unrecht (Ausnahmen sind die Monster-Moskitos von Gorai Beach und Kamikaze-Fahrer im gesamten Subkontinent).
Was der letzte Tag in Indien bringt, kommt an diese Stelle hier, wenn er mal vorueber ist. Vielleicht verbleiben ja noch ein paar Rupien fuer Internet im Flughafen.

Reisegefaehrten im Anflug

Wir freuen uns mitteilen zu koennen, dass Hans-Cornelius, Michi und Steffi ihre Flugtickets nach Lima (Peru) gebucht haben und mit uns einen Monat lang in Suedamerika reisen werden!
Yuhuu! & YiPEE!

Sonntag, 13. April 2008

Krankheit und sickness Teil 2

Jetzt koennen wir es ja rauslassen.
Indien ist nicht nur krank, sondern Indien macht krank.
Wer nicht wirklich eine standfeste Konstitution mit sich bringt mit einem 1A-Immunsystem, der hat hier als Reisender nichts verloren.
Die Tage, an denen wir hier gesund waren, kann man an einer Hand abzaehlen.
Vor allem lernt man seinen Koerper auf ganz neue Weise kennen!

Und das Witzigste: das Daunen-Syndrom!
= in den Daunenschlafsack fuer minus 17 Grad Celsius bei einer tatsaechlichen Aussentemperatur von ueber 30 Grad Celsius einwickeln (wegen Schuettelfrost und Fieberanfaellen)
=> bei diesem netten Spiel steht es zur Zeit 3:1 fuer Hans-Joerg.
Dafuer fuehre ich wahrscheinlich mit den Toilettengaengen...

keine Beweisfotos :-)

Nicht zu vernachlaessigen ist der Einfluss der koerperlichen Gebrechen auf den Reiseverlauf... nicht nur, dass wir jetzt laenger als geplant im Ashram bleiben. Nein, zwischen Weihnachten und Silvester hat es uns viele Abenteuer beschert, ich sage mal als Stichwoerter und Gedaechtsnisstuetze fuer spaetere Erzaehlungen oder weitere Ausarbeitungen: Pixy-Ressort Gorai Beach, zurueck ins Moloch Mumbai, Dr. Bogat, Borivali, Zug verpasst nach Goa, indische "Deluxe"-Suite am Western Highway fuer schlappe 30 Euro die Nacht.

Sonntag, 6. April 2008

Wieder bei Amma in Amritapuri

Sonnenuntergang in Amritapuri




Ammas Ashram aus der Vogelperspektive! 14. Stock, Meerblick, immer eine frische Brise und wenn der Tsunami wiederanrollt, no problem! Aber Scherz beiseite! Obwohl der Ashram direkt am Meer liegt wurde keiner hier getoetet! Ashram bei Nacht.
Um den Ashram sind kleine Huetten, in welchen sich Warenlager, Hospitale, Druckereien oder Verkaufsstaende befinden. Es ist wie eine kleine Stadt. Es leben etwa 2000 Menschen hier.

Indische Studenten bei einem chat in der Mensa. 16 Uhr CHAI TIME.

Um die Ecke beim Kleinwarenhaendler. Verstaendigung nur ueber Zeichen. Ich tat dann so einfach, als wuerde ich seine Sprache verstehen. Die Folge: Ein Kilo Ingwer und 10 Zitronen fuer Elise. Waren sehr nett und haben sich schief gelacht, dass ich ein Photo wollte.
Warten auf Warenlieferung. Riksha und Boot. Die beiden Hauptlieferanten von jeglichen Guetern! Zwischen den Zeiten (welche Zeit?) wait and see ohne dabei ein christliches Gefuehl von Schuld in sich wahrnehmen zu muessen ...

Indische Baustelle. Wir denken, da geht nichts, aber da taeuschen wir uns! Hier wird 7 Tage lang gebaut. Fuer Arbeiter gibt es anscheinend kein HOLY, oder doch? Dann wird eben die 7 Tage ein bisschen lockerer gearbeitet! Und nicht vergessen:
das kommunistische KERALA macht den ARBEITER stark! Deswegen aufpassen und freundlich zu den ARBEITERN sein. Hier ist die MASSE der POEPEL, und der hat die Macht. Notfalls mit so ungemuetlichen Hackebeilchen.

Das kommunistische Konzept gibt den einfachen Arbeitern ein neues Selbstbewusstsein. Auch kann es als eine von drei OPTIONEN aufgefasst werden mit der indischen Ungleichheit umzugehen:
  1. ANNAHME der eigenen Kaste mit allen KONSEQUENZEN
  2. ANNAHME einer christlichen Identitaet (inkl. Versicherung, Krankenkasse und Schule fuer die Kinder!)
  3. ANNAHME des PARTY - Ausweises der KOMMUNISTISCHEN PARTEI (in Kerala)
Gerade die letzen zwei Optionen erfreuen sich einer grossen Beliebtheit! Letztendlich ist es nichts anderes als eine Umstrukturierung von Netzwerkmitgliedern. Gerade im SAI Heidelberg gab es in den letzten Jahren einige Dissertationen ueber die Zusammenarbeit von Mitgliedern von Niedrigkasten. Die Identitaet scheint nun leichter gewechselt werden zu koennen. Das zahlt sich nun fuer die Mitbewerber aus ...
Somit ist es nicht verwunderlich, dass einige hier im Staat kindergleich den KOMMUNISMUS verherrlichen und ausnutzen, die Preise hochzutreiben und um so viel wie moeglich nicht arbeiten zu muessen.

Dennoch: Kerala hat die hoechste Lese- und Schreibfaehigkeit in Indien. Was auch immer Lese- und Schreibfaehigkeit bedeuten soll ....

Die beiden vorstehenden BILDER habe ich von folgender Quelle:
Unter diesem LINK Got milk? Hat chacko einen interessanten BLOG ueber Kerala, Geld, Tempel und die Regierung geschrieben, sowie einen sueffisanten Artikel ueber seine Mitmenschen in Kerala! Frei nach dem Motto, wenn die Kommunisten anfangen zu verherrlichen ...

Es macht SINN, BLOGS von denjenigen Menschen zu lesen, deren Land man besucht :-)

Kein Kommentar 1000 $ Photo!
Regenfront schoen sichtbar, ein Traum fuer jeden Physio und Naturliebhaber.

Umarmen gehoert dazu! Wenn keine Zaertlichkeit mit dem WEIBE ausgetauscht werden darf, dann zumindest mit dem MANNE. Da wird dann auch mal an den Arsch gelangt. Was dann den Westler irritiert.
Fuer was ein LKW Reifen alles zu nuetze ist. Irgendwie suess die Inder. Oder wuerden dies deutsche Bauarbeiter so machen? Da sitzt doch jeder auf einer Bierkiste und boelkt die armen Inder in Grund und Boden. Man stelle sich nun diese Inder vor mit drei Kaesten deutschen Bieres und vierzig Grad im Schatten! Da geht dann nichts mehr, wobei, die Inder ja nur HARTES bevorzugen ....

So siehts bei uns abends oder morgens aus!

Reiki in Bangalore

Verbringt man zusammen mit anderen eine laengere Zeit, dann erfindet man desoefteren lustige Namen fuer die einzelnen Gruppenmitglieder. Vor allem dann, wenn mehr oder weniger Inder und Westler getrennt die Zeit verbringen und man "das ANDERE" gar nicht kennenlernen kann. Ueber diese Aussage kann lange diskutiert und moegliche Rueckschluesse ueber den Autor gefolgert werden. Aber kommen wir zur Story:
wir kamen zu Reiki wie der Reikimaster zu seinem Namen :Flugzeugterrorist.

Nicht gerade eine positive Umschreibung. Aber mein deutschsprachiger Mitleidensgenosse war auf einmal der Ueberzeugung, dass dies passen wuerde. Dieser Reikimaster mit Flugzeugerfahrung lebte vier Wochen neben meinem Apartment. Vollausgeruestet mit VDV Cam, Laptop (ohne Virenscanner) und anderen Dingen erfuehr ich von seinen Nebenerwerbstaetigkeiten als eine Koreanerin zusammenklappte und er mal Hand anlegte und ihr wieder energetisch auf die Beine half. Sofort bekannten und outeten sich viele als Reiki i und II Initierte.

Die Folge war, dass ich ihn ein bischen ueber das Ganze befragte. Kurzum:
Nach dem erfolgreich absolviertem Yogaexamen hatten wir, ein Gruppe gaenzlich unerschrockener Esoterikjuenger uns bei seinem Meister angemeldet um einen Tageskurs in Reiki (I und II wohlgemerkt!) zu absolvieren.

Dieser ehemalige Professor und Ingenieur ueberraschte uns mit einer ausgefeilten Didaktik und Freundlichkeit, sowie gutem Essen in seinem Hause. Besonders stolz ist dieser Mensch auf seine Reiki DVD, die weltweit einmalig von ihm hergestellt wurde. Beamer, Handbuch, Vortrag und Uebung ergaben ein rundes Bild, wenn es darum geht Wissen zu vermitteln. Indirekten Effekt der Reiki Energie konnte ich persoenlich an meinem Koerper feststellen. Laut seiner Meinung kann Reiki Energie nicht festgestellt werden. Vielmehr die Asuwirkungen. Bei mir war es die Tatsache, dass ich nach der Einweihung geschwitzt habe wie ein Schwein. Nach einer Weile kam ich dann wieder zur Ausgangstemperatur zurueck.

Unser Reikimaster, welcher als Vermittler zu seinem Guru gedient hat, lernt schon seit 3 Jahren dieses Handwerk. Sein Guru hat, laut persoenlicher Aussage tausenden von Menschen in den letzten 20 Jahren geholfen. Ich persoenlich kann dies nicht nachweisen, aber anscheinend ist er eine Koriphehe auf diesem Gebiet. Seine Faehigkeit grenzt er sauber ein, bezeichnet sich selbt als unglaeubig, was bedeutet, dass er aufgrund seiner Ingenieurstaetigkeit alle Aussagen in Experimenten ueberprueft hat.
Was ich am interessantesten fand, ist, dass er eine Methode entwickelt hat, Kinder von Frauen absolut OHNE Schmerzen gebaeren zu lassen. Der Gewinn aus seinen Veranstaltungen laeuft in karritative Zwecke in und um Bangalore (Altenheim, Drogenhilfe, Schwangerenhilfe etc...).

Samstag, 5. April 2008

Nach einem Monat "endlich" fertige Yoga Instructors

Es fing so morgens um 5 Uhr an. Es wurde ein Grill fuer rituelle Zwecke gebaut (im Raum) und dann wurde so Einiges an Sanskrit rezitiert, Sachen verbrannt und alle moegliche Seinsformen in diesem Kosmos angerufen. Dann durfte jeder was ins Feuer werfen, ein Raeucherstaebchen abbrennen und hat was mit Farbe auf die Stirn gemalt bekommen.



Aber irgendwie durften nur die Brahmanen mit einer Spezialausbildung (Profis in Sachen Heislwissen) da mit dem Feuer spielen und Sache reinwerfen ... War fuer mich mindestens so nett wie fuer einen Inder eine Weihnachtsmesse im Vatikan. und die, die schickt!

Dann gab es Belohnung fuer all diejenigen, die artig und brav gewesen waren:
  • die hoechste Punktzahl
  • der Fleissigste
  • der am haeufigsten Anwesende
  • der mit dem schoensten Bilderbuchbericht
  • der Anstaendigste und Gehorsamste (was unter den Westlern ein Lachen ausloeste und bei der Betroffenen Unmut (sie hatte die ganze Zeit nur sich in Praesenz , nach dem gleichnamigen Buch Now!, geuebt ...)
  • leider gab es kein "Das kleine Arschloch" Preis (dann waere aber sicherlich nur eine Person in Frage gekommen ...)

Die Abschlusszeremonie:Niemand war durchgefallen, sogar die Koreaner ohne Englisch-Kenntnisse haben es geschafft. Durften in ihrer Muttersprache das Examen schreiben ...

Die frischen Instructors

Hans-Joergs Gruppe

Holy Prashanti - Feiern ohne Ende


Indische Menschen lieben Feste.


Am meisten, wenn diese noch HOLY sind. Da wird die Arbeit liebend liegengelassen und sich gewissenhaft auf den feierlichen Event vorbereitet. Als wir noch in Ammas Uni unterrichten durften (vor unserem Studentendasein an einer indisichen Uni) haben wir uns immer gefragt, wie denn hier ein Unterricht durchgezogen werden koenne, bei all den vielen Pflichtfeierlichkeiten. Lecturer berichteten uns, dass immer eine Glaubensgruppe kaeme und darauf verweise, heute Feierlichkeiten nachgehen zu muessen. Dann wollen natuerlich alle anderen auch frei haben. denn feiern geht vor studieren.
Als wir dann Studenten wurden, kam uns diese Eigenart gerade Recht. Hier mal kleines Festchen, hier mal Farbe verstreuen und dort eine Feuerchen anzuenden. Dabei werden dann ganz viele Reden gehalten, wobei immer erst dem Vorredner herzlichst gedankt wird (so 30 min. lang). Dann nach vielleicht 2 bis 3 Stunden kommt es zum eigentlichen Geschehen. Der Hauptredner wird vorgestellt, der in irgendeiner der 4000 Sprachen des indischen Subkobntinentes eine Rede haelt, die die Mehrheit nicht verstehen kann. Nach einer gewissen Zeit beginnt das Publikum sich auf zauberhafte Weise zu verringern. Das liegt daran, dass der Cateringservice seine Zeiten nicht mit dem Planungskommitee synchronisiert hat, was zur Folge hat, dass als der Kuenstler des Abends, zu dessen Ehren das Ganze organisiert wurde, vor fast leeren Raengen ein Stelldichein gibt.

Indische Studenten sind hochmotiviert! Solange es Projekte ausserhalb der Uni sind. Waehrend der Uni wird die Zeit abgesessen und geschlafen. Woran liegt das? Immerin ist es fuer einen, der etwas vermitteln soll, befremdlich vor einer Klasse zu stehen, die die Mitarbeit verweigert (mehr oder weniger). Ganz einfach: die Mehrheit der Studenten wurden von ihren Eltern bestimmt zu studieren. Dabei geht es vorrangig um Status und um potentielle Verdiensmoeglichkeiten. Demenstprechend motiviert sind viele Studierende auch! Wie wuerde es uns gehen, etwas machen zu muessen, was wir nicht wollen, ohne Aussicht auf Veraenderung, ohne gleich den ganzen Clan gegen einen zu haben. Was in Europa ein kleineres Uebel darstellt (naemlich nicht im Einklang mit der Familie zu stehen), ist in Indien ein Faux pas! Eltern und alles was alt ist, hat geehrt ud respektiert zu werden. Dies impliziert natuerlich auch deren Wuensche!

In der Uni von Amma haben die Studenten der IT Abteilung ueber 80 % der Indienweiten Preise fuer IT Studenten abgeraeumt. Ist die Uni so ueberragend? Sicherlich nicht. ABER einer der westlichen Betreuer hat die indischen Studenten in ausseruniversitaeren Arbeitsgruppen auffangen koennen, so dass hierdurch ein anscheinend groesserer Lerneffekt erreicht werden konnte als ueber den ueblichen eher westlichen universtitaeren Lernstil. Meine Vermutung ist die, dass Inder aufgrund von einer anderen Gesellschaftsstruktur anders lernen als Westler. Wird diesem Unterschied folge geleistet, so lassen sich hervorragende Leistungen erzielen.

Gehen wir zurueck zu den Festlichkeiten!

Diese bieten einen Freiraum fuer die Jugendlichen (viele sind gerade 17 Jahre alt, alleine aus der Familie herausgerissen in einem anderen Staat, weitab von der eigentlichen Kultur und Community) sich mit Bekanntem (meist hinduistischen Braeuchen) zu beschaeftigen. Hier stecken die Jungs und Maedels dann sehr viel Energie hinein und sehen dabei ganz happy aus. Fuer Aussenstehende sieht es so aus, als wuerde sich der indische Alltag um die HOLY DAYS legen. Wie entwickelt oder fortschrittlich Indien in einigen Inseln auch ist, Religion (Tradition und Kult & Ritus) spielt eine grosse Rolle!

Hier irgendeine Wende von Winter zu Sommer! Verzweifelter Vollzug des Ritus. Aber es klappt nicht! Warum? Weil der Priester den Holzstoss von AUSSEN anzuendet!

Klappt natuerlich nicht, alle helfen und brennen mit Butterlaempchen das nassen Holz an ....


Dann kommt der Retter in der NOT! KEROSIN (gaengiges Mittel in der Kueche, und um (leider) Frauen, welche nicht das halten, was bei der Verkupplung versprochen wurde, sich vom Leibe zu schaffen - deklariert als Selbstmord ... )

Das Ganze wird daruebergekippt und samt PET Flasche den Flammen uebergeben!

Dann tanzt die MEUTE, berauscht vom PET Flaschengeruch und dem Kerosin bis in die Puppen! (ca. 22 Uhr, dann sagt der Priester "ALLE GEHEN jetzt SCHLAFEN!")

Man bedenke, dass hier kein Bierfass angestochen wurde!

Befragt man den einfachen Studenten ueber die Hintergruende der Riten, so schauen einen haeufig unwissende Augenpaare an. Na ja, weil es eben so gemacht werden muss. Teilweise koennen aehnliche Feierlichkeiten an gleichen Tagen festgestellt werden. Wie z.B. der Geburtstag von Mohamed mit dem christlichen Ostern (Karfreitag) und einem hinduistsichen Feiertag. Ohne grosse Beruehrungsaengste wurde der Feiertag den drei Religionen zugeordnet. Jeder darf in Indien sein Sueppchen kochen. Da nach der Einstellung der hinduistsichen Community alle Wege nach Rom fuehren.
Wir mussten natuerlich bei allem mitmachen, wobei der Trottel von Inder die Pulverfarbe auch unsere Kamera hat fallen lassen ...Auch wir wurden veranlasst Beitraege zu leisten und eigene Feierlichkeiten auf die Beine zu stellen:
- singen bei der Happy Assembly (ach so, hier ist alles immer happy!)
- Auffuehrungen in der Gruppe
einmal Elise als Holy Man
und ein zweites Mal als spiritueller Schueler mit Guru:
Und das ist uebrigens meine Gruppe, ein sehr schoenes Team, harmonisch und spassig:

Happy Assembly und eine spontane Yogaasana Session von einigen Studenten und Hans-Joerg:


Feiern ist das wichtigste im Leben. Vielleicht freuen die sich, dass sie am Leben sind (noch) und eine Moeglichkeit haben sich selbst auszudruecken (meistens in der Gruppe) oder einfach die SAU rauszulassen (aber um 22 Uhr ist dann Nachtruhe...).

Sexuelle Revolution - oder das Verhaeltnis zwischen Koerper, Inder und Frauenbild


Stellt Euch einfach einen Dampfdruckkochtopf vor. Deckel drauf, die heisse Mittagshitze und die feurige Glut, das Tabu ueber Koerper und Verlangen sprechen zu duerfen .... und schon entsteht die beste Vorraussetung fuer unaufgeklaertes Fehlverhalten.

Jeder will, niemand darf!

Faktisch ist Aufklaerung in Indien verboten und NICHT EXISTENT! Das bedeutet, momentan gibt es eine Petition, dass so etwas eingefuehrt wird. Jeder, der meint etwas dazu zu sagen zu haben, soll sich melden. Und dann wird da was ausgetueftelt.
Wenn man die Maedchen fraegt, warum tragt ihr Fussfesseln, warum bekommt ihr einen Nasenring zur Hochzeit gestochen und warum muesst ihr euch so kleiden, dass die Maenner euch nicht anfallen (Tuecher ueber den Oberkoerper gefaltet legen)? Dann bekommt man ein mitleidiges oder ein unwissendes Kopfschuetteln, was soviel bedeutet wie: KEINE AHNUNG! Ist Tradition!

Fakt ist aber, dass dies genau die Taktiken von Maennern sind, welche in Laendern von Europa unter die Kopftuchproblematik fallen (jetzt oeffne ich aber eine Buechse der Pandora!).


Auch wenn dieses verkappte Unterdruecken von weiblichen Koerperformen und Kopfhaaren nicht genuin einer religioesen Bewegung zugeordnet werden kann, so findet sich die Wurzel sehr wohl im Religoesen. Keusch leben, Konzentration auf das Nichtkoerperliche etc....

Es geht so weit, dass die Maedels in unfoermigen Kutten Yoga machen muessen, und Studentinnen in aehnlichen Umhaengen und "Brustsichtschuetzern" zur Uni gehen muessen!


Waehrend die Inder mit nacktem Oberkoerper und Miniroecken (Lungis und Dotis) auf dem Fahrrad (mit nichts drunter) unterwegs sind und die Obergurus und Brahmanen auch ihren Kessel zeigen ....Im Folgenden einige Auflistungen, welche unsere Gespraeche mit Maedels und Frauen widerspiegeln!

1.) das durchschnittliche indische Maedchen (na ja wir haben an der Uni rumgefragt...) wird nicht aufgeklaert. Vielleicht mal von der Mama, vor der Hochzeitsnacht ...

2.) Sie hat keine Vorstellung, was ein Mann zu leisten hat, bzw. wie ein Mann zu sein hat. Das wisse sie nicht, da verlasse sie sich auf ihre Eltern!

3.) Indische Frauen (und Maenner) lernen nicht koerperliche Zaertlichkeiten auszutauschen (Zitat aus dem aktuellen Kulturschock Indien). Koinzidiert aber mit unseren Beobachtungen. Waehrend im Westen eine kritisch zu diskutierende Lernphase diesbezueglich existiert, wird dies in Indien unterdrueckt.

Hauptgrund: Die eigene Tochter koennte ein "Schlampe" werden, dies setzt den Marktpreis herab (neben dunkler Haut und schlechter Bildlung und mangelnder Kenntnis in Tanz, Kultur und Kueche => steht alles in der Bhagavad Gita geschrieben).

In der deutschen Version des Buches Kulturschock Indien schreibt der Autor: ein Verhaeltnis mit einer indischen Frau erreicht nie die Tiefe wie mit einer westlichen Frau. Warum? Weil die indische Frau, wie westlich sie auch erscheint, in der Regel seit der Geburt unterdrueckt und von sexuellen und erotischen Koerpergefuehlen ferngehalten wird.

Als Mann ist mir waehrend der Zeit in Bangalore aufgefallen (Yoga = Beruehrung waehrend den Uebungen...) : Die indischen Maedels sehnen sich nach Beruehrung und nach Zaertlichkeit, koennen damit nicht umgehen, wenn man sich zufaellig am Arm oder so beruehrt. Da geschieht das gleiche, wie wenn man einem Durchschnittseuropaer eine Ueberdosis EXTACY ins Leitunsgwasser kippen wuerde ... Ich frage mich dann immer, wie in der indischen Gesellschaft (mit einigen Ausnahmen) wohl der Austausch von Zartlichkeiten vonstatten geht...

4.) Bildung alleine ist doch nicht das Gelbe vom Ei! Sexuelle Revolution in Indien und dann gehts ab!


Zum Abschluss eine kleine Kurzgeschichte von unserem australischen Freund, welcher in Indien seit ca. 20 Jahren lebt und uns einen tiefen Einblick in die indische Seele geben konnte. Eines Tages kam ein Freund zu ihm und klagte ihm sein Leid. Ja, seine Frau und so, sie sei so komisch. Dabei arbeite er so viel und nachdem er heimkomme, "kuemmere" er sich sogar um sie! Ja echt, fragte unser Freund? Was er denn tue. Na ja, nachdem er seinen Laden geschlossen habe, kaeme er heim, sie liege schon im Bett, und da wuerde er sich um sie "kuemmern". Ob denn zwei Minuten nicht ausreichen wuerden? Viele Maenner aus einfachen Verhaeltnissen agieren in dieser Art und Weise, Kontaktmedium sind in der Regel die primaeren Geschlechtsmerkmale. Mehr Kontaktflaeche scheint es fuer viele nicht zu geben. Und dann ist da noch bei vielen Indern der Stock hinter der Tuere, falls alles andere nicht mehr hilft.... Das ist auch Indien! Gibts aber sicherlich auch ueberall sonst, nur ist da Mens Health verbreiteter ...

Und was zum Lachen:

unsere Professoren und Lektoren an der Uni priesen die indische Ehe, die geringe Scheidungsrate in Indien und verteufelten die westlich verspoilten Inder, die jetzt begaennen sich zu scheiden...

FAKT ist:

diese, die da so sprachen, sind geschieden, wurden von ihrer Frau aus dem Haus geworfen (und leben jetzt getrennt => er wollte in den Ashram, sie wollte im grossen Haus in Bangalore etc. wohnen bleiben...) und der Rest ist irgendwie tragisch alleinlebend (Frau ploetzlich gestorben, seitdem "durch " und depressiv) und der Oberpriester verhaelt sich so, wie die deutschen Politiker, die sich als strikt schwul geoutet haben ...

Was lernen wir daraus?

Pflegt die Traditionen, es wird nicht geschieden, jeder geht einfach seinen Weg.

Hoechste Aidsrate weltweit? INDIEN! Warum? Weil Verhuetung keinen Spass macht! Warum? (indische Regierung verteilt Verhueterlis kostenlos!) Weil Mann und Frau diese als zu trocken bezeichnen! Und das im heissen Indien. Woran das wohl liegt? Am mangelnden Vorspiel? Da muessten die Jugendlichen ein bisschen mehr BRAVO lesen ... und die Maenner Mens Health ...

Aber was schreib ich!

Eine Frau ist in Indien zu folgenden Dingen da:

  • Kinder kriegen
  • den Mann nach der Arbeit zu verwoehnen (nicht nur mit Chai und Keksen)
  • Tradition und Kindererziehung
  • Kochen
  • Arbeiten gehen (Mann ist ja tolerant und emanzipiert!)

=> Wer jetzt glaubt, dass dies von mir erfunden ist, den muss ich enttaeuschen! Dies ist eine Zusammenfassung aus zig Gespraechen mit Menschen waehrend Zugreisen oder sonstwo! Fuer mich ist es vor allem Wahnsinn(!), wenn Frauen mir die obigen Punkte schildern. Ja, natuerlich gehe ich Vollzeit arbeiten. Aber trotzdem koche ich fuer meine Familie und (in Indien wird ja auch schon fuer das Fruehstueck gekocht)....

Ein Maedchen haben wir kennengelernt, das ein bisschen gegen dieses System aufmuckt. Aber sie leidet darunter und hat keine Verbuendeten. Sie kann nur eine Antihaltung einnehmen, ohne dabei alles zu negieren. Wuerde sie dies, so haette sie voll verspielt und das wars dann mit dem Heiraten. Denn (O-Ton), was ist denn eine INDISCHE FRAU ohne MANN?

...nach klassischem indischen Verstaendnis: ein NICHTS!

Das ist Schade. Sind doch so liebe!